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Claude Code ​

Der Starter gibt Claude Code Leitplanken statt einer umfangreichen Anweisungssammlung.

Aufteilung ​

Drei Orte, jeder mit einer eigenen Aufgabe (ADR 0017):

OrtAufgabeWas nicht hineingehört
CLAUDE.mdwas giltAbläufe, Befehlssammlungen, was im Code steht
.claude/skills/wie etwas gemacht wirdRegeln, die schon in CLAUDE.md stehen
.claude/agents/womit geprüft wirdRollen ohne Kontext- oder Toolvorteil
project/die ArbeitsgrundlageFakten, die aus project.config.ts hervorgehen

Die Grenzen von CLAUDE.md ​

Die Datei enthält ausschließlich stabile, projektweite Regeln — nummeriert, mit Verweis auf das ADR, das sie begründet. Sie liegt bei jedem Aufruf vollständig im Kontext; alles, was dort steht und nicht bei jeder Aufgabe gilt, kostet in jeder anderen Aufgabe Platz.

Nicht hinein gehören:

  • Abläufe. „Erst dies, dann jenes" ist ein Skill — dort hat es Abschlusskriterien.
  • Fakten aus dem Code. Welche Komponenten es gibt, sagt src/components/ui/.
  • Befehlssammlungen. package.json ist die Wahrheit über die Skripte.
  • Begründungen. Die stehen in docs/adr/. CLAUDE.md sagt, was gilt.

Ein Zeilenbudget hält die Datei bei dieser Aufgabe; tests/unit/claude-system.test.ts bricht ab, wenn sie darüber hinauswächst. Das ist kein Schönheitswunsch: Eine Regelsammlung, die zur Anleitung wird, widerspricht sich irgendwann — und niemand merkt es, weil niemand sie am Stück liest.

Die Skills ​

Zehn Stück unter .claude/skills/, je eine SKILL.md mit immer denselben sieben Abschnitten: Zweck · Eingaben · Ablauf · Erlaubte Änderungen · Validierung · Abschlusskriterien · wann nicht verwenden.

Die letzten drei tragen das Ganze. Die Validierung nennt den Befehl, der den Zustand belegt; die Abschlusskriterien enden immer auf pnpm verify; und „wann nicht verwenden" ist der Abschnitt, der einen Skill davon abhält, zur Universalantwort zu werden.

SkillWofürWann nicht
project-initpnpm starter:init begleiten und das Ergebnis prüfenin einem bereits initialisierten Projekt; für ein Upgrade
project-briefproject/*.md aus einem Kundengespräch füllenzum Bauen; für Entscheidungen, die der Auftraggeber trifft
design-foundationDesign Tokens und Styleguide-Abdeckung, einmal je Projektfür eine einzelne Seite; für einen Dark Mode (das braucht ein ADR)
import-assetsBilder aufnehmen, benennen, ins Manifest eintragenfür public/-Dateien; um einen Alt-Text zu bestätigen
create-pageEine Route vollständig anlegenfür Seiten mit Formular (erst create-form); für den Styleguide
create-formFelder anlegen oder ändern, Vertrag erzeugenum die Prüfreihenfolge im Handler zu ändern; ohne Backend
configure-seoMetadaten, Schemata, Indexierung, Sitemapfür den Titel einer einzelnen Seite; für Mehrsprachigkeit
configure-trackingConsent-Schicht, Consent Mode, Tag Managerum Tags zu bauen; um eine Kategorie „auf Vorrat" anzubieten
configure-deploymentZielsystem, Serverregeln, Header, CSPum die erzeugte .htaccess anzufassen; für einen Rollback
release-auditVor dem Release die Definition of Done belegenals Ersatz für pnpm verify währenddessen; um zu reparieren

Ein Skill verweist auf eine Regel, statt sie zu wiederholen. Eine umformulierte Regel ist auf Dauer eine widersprochene Regel — das ist beim Schreiben eines neuen Skills die wichtigste Zeile dieser Seite.

Die Review-Agents ​

Vier unter .claude/agents/, entlang der vier Bereiche, in denen dieses Repository etwas zusagt. Jeder bekommt ausschließlich lesende Werkzeuge: Ein Reviewer, der nebenbei repariert, verliert den Blick auf das, was er noch nicht geprüft hat.

  • design-system-reviewer — Token statt Werte, vollständige Klassennamen, semantische Namen, Styleguide-Abdeckung in allen Varianten.
  • seo-tracking-reviewer — Auszeichnung nur zu sichtbarem Inhalt, Routen-Policy als eine Quelle, kein Google-Request vor der Einwilligung, jede Kategorie mit Verbraucher.
  • accessibility-performance-reviewer — Elementwahl nach Bedeutung, Label und aria-describedby, genau ein priorisiertes Bild, die Budgets als Gate.
  • forms-security-reviewer — Prüfreihenfolge im Handler, Vertragsdrift zwischen Frontend und Backend, was im Log landet, Fristen für gespeicherten Zustand.

Einen repository-architect gibt es bewusst nicht: Das sind CLAUDE.md und die ADRs bereits. Ein Agent lohnt sich nur, wenn er einen Kontext- oder Toolvorteil mitbringt, der im Repository noch nicht steht.

Das Projektbriefing ​

Unter project/ liegen sieben Vorlagen mit Leitfragen — die Eingaben, aus denen die Skills arbeiten:

DateiBeantwortet
brief.mdZiel, Zielgruppe, Seiten, Material — und was es nicht wird
brand.mdvorhandenes Material, Anmutung, Farben, Typografie, Form
content-plan.mdSeitenliste, Navigation, je Seite Abschnitte und Bilder
seo-plan.mdThemen, Titel, Schemata, Routen ohne Index, Weiterleitungen
tracking-plan.mdob überhaupt, was gemessen wird, Kategorien und ihre Verbraucher
forms-plan.mdFormulare, Felder, Empfänger, Schutz, Aufbewahrung
deployment.mdZiel, Domain, Weiterleitungen, CSP, HSTS, wo die Geheimnisse liegen

brief.md wird von pnpm starter:init überschrieben und mit den Angaben der Initialisierung gefüllt. Die übrigen sechs füllt ein Mensch — oder der project-brief-Skill aus dem, was belegt ist.

Die Vorlagen enthalten Leitfragen, keine Beispielinhalte. Ein stehengebliebener Beispieltext wird beim nächsten Lesen für eine Antwort gehalten; eine leere Zeile nicht.

Der Design-Workflow ​

Claude Design soll nicht bei jeder Seite ein neues Designsystem erfinden. Der Weg ist deshalb festgelegt, und er läuft in dieser Reihenfolge:

Briefing
→ Asset- und Markenprüfung
→ visuelle Richtung
→ Design Tokens
→ Grundkomponenten
→ interner Styleguide
→ erste reale Seite
→ Review
SchrittWomitErgebnis
Briefingproject-briefproject/brief.md, brand.md gefüllt
Asset- und Markenprüfungimport-assetsLogo und Bildmaterial im Manifest, Rechte geklärt
visuelle RichtungMenscheine Entscheidung, festgehalten in brand.md
Design Tokensdesign-foundationsrc/styles/theme.css
Grundkomponentendesign-foundationsrc/components/ui/ deckt die Richtung ab
interner Styleguidedesign-foundationjedes Primitive in allen Varianten, axe grün
erste reale Seitecreate-pageeine Seite, die nur Vorhandenes benutzt
Reviewdie vier AgentsBefunde, getrennt nach Verstoß und Anmerkung

Die Reihenfolge ist der Punkt. Wer mit der ersten realen Seite anfängt, bekommt Tokens, die aus dieser einen Seite abgeleitet sind — und beim zweiten Entwurf ein zweites System daneben.

Die visuelle Richtung entscheidet ein Mensch. Die Schritte davor bereiten sie vor, die danach setzen sie um. Wie aus Referenzen belastbare Werte werden — messen statt raten, und was tun, wenn die Vorbilder einander widersprechen —, steht unter Von der Referenz zu den Tokens.

Memory und Learnings ​

Klein und kontrolliert. Was aus Code, ADR oder docs/ hervorgeht, wird nicht ein zweites Mal abgelegt — eine zweite Kopie veraltet, und dann widersprechen sich zwei Quellen ohne erkennbaren Vorrang.

Ein bestätigtes Learning gehört dorthin, wo es beim nächsten Mal ohnehin gelesen wird:

  • Es ändert eine Regel → CLAUDE.md
  • Es begründet eine Entscheidung, deren Umkehrung teuer wäre → ein ADR
  • Es beschreibt einen Ablauf → der zuständige Skill
  • Es betrifft nur dieses Kundenprojekt → project/

Spekulatives wird gar nicht gespeichert. Ein Learning ist bestätigt, wenn es einmal tatsächlich weh getan hat.

Was hier nicht passiert ​

  • Kein Umbau bestehender Bereiche „bei der Gelegenheit". Wer beim Arbeiten etwas Fragwürdiges findet, benennt es, statt es nebenbei zu ändern.
  • Keine neue Abhängigkeit ohne Begründung im Pull Request.
  • Kein Skill, der eine Regel aus CLAUDE.md umformuliert.